Weiße-Rose-Tag 2026

Am 18. Februar 1943 wurden die Studierenden Hans und Sophie Scholl in der Münchner Universität festgenommen, nachdem sie Flugblätter der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ im Hauptgebäude ausgelegt hatten. Mit großem Mut und in dem Bewusstsein der drohenden Konsequenzen setzten sie ein Zeichen gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime und für Menschlichkeit, Freiheit und Verantwortung.

Als Geschwister-Scholl-Schule ist dieser Tag für uns von besonderer Bedeutung. Die Erinnerung an Hans und Sophie Scholl ist nicht nur Teil unserer Geschichte, sondern auch Auftrag für unsere Gegenwart. Ihr couragiertes Handeln erinnert uns daran, dass Demokratie, Menschenwürde und Zivilcourage keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern täglich neu verteidigt und gelebt werden müssen. Gerade auch als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage verstehen wir den Weiße-Rose-Tag als wichtigen Projekttag, um Haltung zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und uns aktiv mit Fragen von Diskriminierung, Ausgrenzung und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinanderzusetzen.

In diesem Jahr wurden zahlreiche Aktionen durchgeführt, um für jeden Jahrgang altersgerecht Themen aus dem Bereich Anti-Rassismus, Erinnerungskultur und Zivilcourage aufzuarbeiten. Dabei wurden bewusst auch außerschulische Lernorte genutzt, um Geschichte und gesellschaftliche Verantwortung erfahrbar zu machen.

So setzte sich die Klasse 5b intensiv mit der Geschichte der Weißen Rose auseinander und diskutierte, warum Erinnern und Stellung beziehen auch heute noch von großer Bedeutung sind. In diesem Zusammenhang wurde auch das Solinger Mahnmal thematisiert und gemeinsam überlegt, welche Funktion Mahnmale erfüllen und wie sie zum Nachdenken anregen können. Im Anschluss wurden die Schüler:innen selbst kreativ und entwickelten in Gruppen eigene Entwürfe für Mahnmale zu Themen, die sie persönlich bewegen. So entstanden eindrucksvolle Arbeiten zu Mobbing und dessen möglichen Folgen wie Suizid, zur Umweltzerstörung, zu den Auswirkungen von Kriegen sowie zum Thema Kindesmissbrauch. Mit viel Ernsthaftigkeit und Einfühlungsvermögen zeigte die 5b, wie reflektiert und verantwortungsbewusst junge Menschen gesellschaftlich relevante Themen bearbeiten können.

Die Klasse 5c beschäftigte sich mit Rassismus und Diskriminierung und gestaltete zahlreiche Plakate mit klaren Botschaften für ein respektvolles und vielfältiges Miteinander. Auch in der 5a wurden die Grundlagen eines rassismusfreien und wertschätzenden Zusammenlebens erarbeitet und diskutiert.

Mehrere Klassen, darunter die 7c und die 7e, nutzten den Vormittag, um an verschiedenen Orten in Solingen Stolpersteine zu reinigen. Durch das Putzen der Steine machten sie die Namen und Schicksale der Opfer wieder sichtbar und setzten ein stilles, aber deutliches Zeichen gegen das Vergessen.

Die Klasse 8c besichtigte das Solinger Mahnmal, das an den rassistischen Brandanschlag von 1993 und seine fünf Todesopfer erinnert; vor Ort und im Anschluss setzten sich die Schüler:innen intensiv mit dem Gedenken und den gesellschaftlichen Folgen dieser Tat auseinander.

Die Klasse 10d besuchte das Max-Leven-Zentrum in der Solinger Innenstadt. Die Bildungs- und Gedenkstätte befindet sich am ehemaligen Wohn-, Arbeits- und Todesort des Kulturkritikers Max Leven, der 1938 in der Pogromnacht ermordet wurde. Die Schüler:innen zeigten sich besonders beeindruckt von der interaktiven und multimedialen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes.

Die Oberstufe sah gemeinsam in der Cobra die Dokumentation zu den sogenannten Möllner Briefen. Der Film thematisiert den rassistischen Brandanschlag von Mölln im Jahr 1992, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, und setzt sich eindringlich mit Erinnerung, Trauer und gesellschaftlicher Verantwortung auseinander.

Der Weiße-Rose-Tag hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern daraus Haltung für die Gegenwart zu entwickeln. Verantwortung, Respekt und Zivilcourage bleiben zentrale Werte unserer Schulgemeinschaft – heute und in Zukunft.

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