“Scholle”-Schüler suchen Antworten auf die Frage: Quanta patria è necessaria per l’uomo? – Wie viel Heimat braucht der Mensch?

Eine ungewöhnliche Exkursion zum Industriemuseum im Italienisch-Unterricht

Industriemuseum1Es ist 11:45 Uhr. Die Sonne strahlt am Himmel, doch die Kälte dringt trotzdem zu den Schülerinnen und Schülern des Q2-Kurses Italienisch durch. Unter der Leitung ihres Lehrers Stefan Witzmann warten sie vor dem Haupteingang des Industriemuseums, denn heute steht ein besonderer Tag bevor. Italienisch-Unterricht mal ganz anders. Der Kurs beschäftigt sich mit Geschichten von Immigranten, die aus verschiedenen Nationen nach Solingen kamen.

Es handelt sich zum Teil um rührende Geschichten von Menschen, die eine schwierige Zeit hinter sich hatten und sich ihre Zukunft hart erarbeiten mussten. Vorgestellt werden vier Immigranten aus Italien, Portugal, Griechenland und der Türkei. Diese werden in vier Abteilungen präsentiert, welche mit vielen Bildern und Gegenständen bestückt sind. Außerdem gibt es in jedem Bereich ein Videointerview mit der jeweils dort vorgestellten Person.

Industriemuseum2Natürlich stellt sich die Frage, warum ein Italienisch-Kurs ausgerechnet ein Industriemuseum besuchen wollte. Das ist schnell erklärt, die Exkursion ist in der abiturrelevanten Unterrichtsreihe "Aspetti dell’emigrazione italiana ieri ed oggi" (Gesichtspunkte der Auswanderung von Italienern gestern und heute) angesiedelt. Die Schüler haben dabei Arbeitsaufträge auf Italienisch zum Thema der Ausstellung zu bearbeiten (Darstellung und Vergleich der Geschichten der Auswanderer).

Von der Veranstaltung sind die Schüler des Kurses sehr beeindruckt. „Ich finde es sehr interessant, zu sehen, wie sich die Gastarbeiter integrieren konnten und was sie alles erreicht haben“, äußert sich Kübra Aslan erfreut. Ugur Kol, welcher selbst ein Immigrant ist, scheint ebenso fasziniert: „Es ist gut, weil man sich vorstellen kann, was die eigene Familie durchmachen musste.“