Die gute gesunde Schule

 

Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!

(Arthur Schopenhauer)

 

Das Konzept „gute gesunde Schule“ betrifft sowohl jede Schülergeneration als auch die Lehrkräfte in der Bildungsinstitution Schule. Die nachwachsende Generation weist  zunehmend schwerwiegende gesundheitliche Probleme auf, welche auf ein mangelndes Verständnis gesunder Ernährung und zu wenig Bewegung zurückzuführen sind. Die Lehrer wiederum sind aufgrund der immer höheren Stressbelastung gesundheitlich gefährdet. In der heutigen Zeit genügt es nicht mehr in der Schule punktuell Gesundheitsförderung zu betreiben, stattdessen sollte sie stärker mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag verknüpft und ganzheitlich vermittelt werden. Gesundheit und Bildung müssen somit besser aufeinander abgestimmt sein: Alle betroffenen Akteure (Eltern, Schüler, Schulpädagogen und Angestellte) arbeiten gemeinsam an den Arbeits- und Lernbedingungen der Schule und schaffen so ein Umfeld, das sich positiv auf das soziale, physische und psychische Wohlbefinden sowie auf die Leistungsfähigkeit der Akteure auswirkt. Der zugrundeliegende Gedanke der guten gesunden Schule ist es, die Lebenskompetenzen der Schüler zu fördern, damit jeder Einzelne befähigt wird, sein Leben erfolgreich und gesund zu gestalten.

 

Struktur der guten gesunden Schule an der Scholle

Im Sinne der guten gesunden Schule gibt es vier Inhaltsfelder, die sich gegenseitig ergänzen:

 

Inhaltsfeld 1: Gesundheitserziehung / Lehren und Lernen, Curriculum

Inhaltsfeld 2: Schulkultur / Schulische Umwelt

Inhaltsfeld 3: Öffnung nach außen / Kooperation mit anderen Einrichtungen

Inhaltsfeld 4: Schulisches Gesundheitsmanagement (Schule als „Betrieb“)

 

Inhaltsfeld 1: Gesundheitserziehung / Lehren und Lernen, Curriculum

Die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte, vom Ministerium im Jahre 1992 festgelegt, beziehen sich gleichermaßen auf Inhalte, Methoden und Didaktik und werden in der Scholle im gesamten Schulleben umgesetzt:

 

 

  • Ernährungserziehung

Nicht nur im Biologieunterricht und der Hauswirtschaftslehre beschäftigen sich die Schüler/innen mit dem Thema „gesunde Ernährung“. Zweimal im Jahr findet unmittelbar vor der Zeugnisausgabe ein klasseninternes, von den Schülern organisiertes, gesundes Frühstück statt. Des Weiteren ist das Trinken von ungesunden zuckerhaltigen Getränken im Unterrichtsgeschehen untersagt, ungesüßte Getränke (Wasser) ist dagegen erlaubt/erwünscht.

  • Suchtprävention

Während der Themenwoche beschäftigt sich der 7. Jahrgang ausführlich und intensiv mit dem Thema Drogen- und Suchtprävention.

  • Sexualerziehung und AIDS-Prävention

Die Sexualerziehung hat ihren Platz im Biologieunterricht und ist zusätzlich fächerübergreifend Gegenstand der Themenwoche des 8. Jahrgangs.

  • Erste Hilfe

Die Scholle bietet die Möglichkeit zur Sporthelferausbildung in der ersten Woche der Herbstferien, innerhalb der ein Erste Hilfe Schein erworben werden kann.

  • Hygiene / Zahngesundheitspflege

Die Aufklärung zur Zahngesundheit geschieht in Jahrgangsstufe 5 und wird durch den Besuch einer Zahnärztin begleitet. Der Biologieunterricht behandelt die Themenbereiche Herz- Kreislaufsystem, Atmung, gesunde Ernährung und Zähne.

  • Sport- und Bewegungserziehung

Zusätzlich zum wöchentlichen Sportunterricht bietet die Scholle ein reges Angebot an sportlichen Aktivitäten in Form von Sportfesten und Turnieren, Sponsorenläufen, sowie vielfältigen Angeboten für die Mittagspause.

 

Heutzutage kommen noch Aspekte der psychischen Gesundheit dazu, u.a. Schulangst, psychische Auffälligkeiten, ADHS, Gewalt, Kommunikationsstörungen, sozial auffälliges Verhalten sowie Essstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder schlechte Laune und Reizbarkeit (Bella Studie 2006 / Kinderbarometer NRW 2003). Schule leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation und kann so direkt auf die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen einwirken. Deswegen stellt sich die Scholle dieser besonderen Verantwortung und will für eine gesunde Entwicklung von Jungen und Mädchen sorgen.

 

Ausgehend vom Gedanken einer guten und gesunden Schule ist die vorliegende Konzipierung des neuen Unterrichtsfaches Gesundheit und Soziales entstanden, die sich auf die Jahrgänge 9 und 10 bezieht. Das Ergänzungsfach Gesundheit und Soziales fördert  das Interesse an der Arbeit und  dem Umgang mit Menschen und führt zur Erweiterung und Vertiefung der personalen und sozialen Kompetenz sowie der Methoden- und Fachkompetenz. Fundierte Grundlagen über Maßnahmen zur Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung sind im alltäglichen Leben ebenso unabdingbar wie gesellschaftliche Normen und Werte für ein geregeltes Sozialverhalten. Durch die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemstellungen zu alltagsrelevanten und berufsbezogenen Themen erwerben die Schülerinnen und Schüler Basiskompetenzen im Hinblick auf ein selbstbestimmtes und lebenslanges Lernen. Ziel ist, in einer durch gesellschaftliche Werte und Normen geleiteten Welt ein verantwortungsvolles Leben zu führen. Dazu bringen sie persönliche Erfahrungen und Interessen aus ihrem Umfeld mit ein, lernen diese zu bewerten und für die eigene Lebenssituation und die Realisierung persönlicher Ziele zu nutzen. Dieser Ergänzungsunterricht dient der beruflichen Orientierung von Schülerinnen und

Schülern mit Interesse an Aufgaben und Tätigkeiten in den Bereichen Ernährung, Gesundheit und Sozialwesen. Der Unterricht leitet zu einem ethisch reflektierten und kritischen Urteil über soziale Sachverhalte an.

 

Inhaltsfeld 2: Schulkultur / Schulische Umwelt

 

Dieses Inhaltsfeld wird ganzheitlich an der Scholle umgesetzt. Hier gelten die Leitgedanken, dass Schüler und Lehrer sich in ihrem schulischen Umfeld wohl fühlen sollen, sich gern dort aufhalten und dieses Umfeld aktiv mitgestalten können. Dieses Inhaltsfeld wird durch bauliche Maßnahmen, wie die Errichtung der Mediothek, der Mensa und der Ruheräume gestützt. Die Tatsache, dass die Scholle in diesem Jahr vollständig renoviert und kernsaniert wurde, wirkt sich positiv auf das Schul- und Arbeitsklima aller Parteien aus.

 

Inhaltsfeld 3: Kooperation mit anderen Einrichtungen

 

„Durch Öffnung nach außen können Schulen viele Impulse erhalten.“ (Paulus / Stier, S. 10) Nach dem Verständnis der Ottawa-Charta zielt Gesundheitsförderung auf das vernetzte Vorgehen verschiedener Organisationen und Partner ab. Die Scholle arbeitet im Bereich der guten gesunden Schule sehr eng mit der AOK zusammen. Für die Suchtprävention arbeiten wir mit der Suchtberatungsstelle in Solingen. Besonders für die psychische Gesundheitsförderung sind neben der Beratungsstelle auch die Kontakte zu den Kirchengemeinden, dem schulischen Seelsorger und unseren schulischen Sozialpädagogen von großer Relevanz. Weitere Aktionen werden vom Kaufland, Axion AG sowie der AIDS Beratungsstelle in Solingen und Düsseldorf durchgeführt. Die externen Partner bringen ihre Fachkenntnisse, Ressourcen, Erfahrungen und ihren „Blick von außen“ ein und erweitern damit schulische Ressourcen. Durch die Öffnung nach außen werden Impulse in die Schule hineingetragen, die das Schulklima beleben und fördern können.

 

Inhaltsfeld 4: Schulisches Gesundheitsmanagement

Dieses Inhaltsfeld bildet die Klammer zu den drei vorangegangenen Inhaltsfeldern. Angelehnt an Prinzipien betrieblicher Gesundheitsförderung handelt es sich um ein integriertes Schulentwicklungsprogramm, das sich auf alle Bereiche der Schule erstreckt. Ausgangspunkt muss die Leitfrage sein: Wie können Entwicklungen zu einer gesundheitsfördernden Schule gefördert werden?

Auf Basis der jeweiligen Ausgangs- und Bedarfslage der Scholle, die regelmäßig durch die IQES-Befragungen analysiert werden, werden Ziele zum Führungs- und Arbeitsstil, zu Maßnahmen der Personalentwicklung, zur Schulkultur und zum Schulklima, zu gesundheitsfördernden Lehr- und Lernformen als lang-, mittel- und kurzfristige Ziele festgelegt. Dann wird regelmäßig überprüft, ob die Ziele eingehalten wurden, um dann entweder Barrieren und Hindernisse, die der Zielerreichung entgegenstanden, abzubauen oder die nächsten Ziele anzusteuern.

Bei dem umfassenden Ansatz einer gesundheitsfördernden Schule werden Gesundheitsbotschaften nicht partiell vermittelt, sondern die Schule versteht sich als ein soziales System, das der Gesundheit auf allen Wirkungsebenen verpflichtet ist. Ganz nach dem Motto von Arthur Schopenhauer: „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nicht.“